Saturday, 24 September 2011

Von der Gruppe 47 und ihren unterschätzten Autoren bis zur literarischen Vielgestaltigkeit der Gegenwart: die sehr persönliche Geschichte des deutschsprachigen Romans als Rede aus dem Stegreif.

Von der Gruppe 47 und ihren unterschätzten Autoren bis zur literarischen Vielgestaltigkeit der Gegenwart: die sehr persönliche Geschichte des deutschsprachigen Romans als Rede aus dem Stegreif.

Literaturkritikern und Literaturwissenschaftlern fällt es oft erstaunlich leicht, einen Überblick über den gerade gegenwärtigen Stand der Literatur im Allgemeinen und des Romans im Besonderen zu geben; obwohl die Erfahrung bei einer Betrachtung des literarischen Lebens in historischen Dimensionen uns lehrt, wie schwierig es ist, über den Rang oder die Überlebensfähigkeit eines Werkes zum Zeitpunkt seiner Entstehung zu urteilen. Die jeweils zeitgenössische Mentalität umgibt und trägt ein neues Werk wie eine Wolke, bisweilen entzieht sie es auch den Blicken des Publikums. Erst wenn all das, was einst selbstverständlich war, was der Gemeinschaftserfahrung entsprach, aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden ist, gewinnen die Werke ihre Statur und ordnet sich die literarische Produktion einer Epoche zu einem darstellbaren Muster.

Thursday, 22 September 2011

Es war einmal

Die Ära des gedruckten Buches geht zu Ende. Kein Grund zur Trauer

Im Schatten der globalen Geldkrise des frühen 21. Jahrhunderts gewinnt eine Revolution an Gewicht, deren Folgen weit über korrigierbare wirtschaftliche Verwerfungen hinausreichen. Ihre Tragweite lässt sich allenfalls am Epochenwandel nach Gutenberg messen. Mit ihr geht die Ära des Buchdrucks zu Ende. Digital aufgelöst wie zuvor schon Ton und Bild, beliebig häufig kopierbar und mit einem Schlag weltweit millionenfach abrufbar, fügt sich das Buch in die Multimediawelt seiner entleibten Verwandten von Foto, Film und Musik. Damit zerfällt auch der älteste serienmäßig herstellbare Datenträger in Gefäß und Inhalt.

Hyperlinks sind out

Wie verändert das Internet die Literatur? Eine Handvoll Autoren aus New York geben darauf mit ihren Gedichten und Romanen eine hoffnungsvolle Antwort.

 http://www.zeit.de/kultur/literatur/2010-04/new-york-internetliteratur

Kein Grund für Buchkitsch

Es gibt keinen Anlass zur Klage: In Zeiten von Social Media und Smartphones wird das Buch nicht verdrängt. Es wird smarter. Genauso wie seine Leser.
Achtung, nicht vergessen: Im Oktober findet in Frankfurt die Buchmesse statt! Das ist für uns alle natürlich hart. Weil wir doch erst vor ein paar Wochen auf der Gamescom waren, dann auf der Internationalen Funkausstellung und der Internationalen Automobil-Ausstellung, um zu sehen, was in den nächsten Jahren auch den Literaturbetrieb verändern wird: Alles wird smart. Alles wächst mit dem Computer zusammen, der seinerseits vollständig unsichtbar wird. Das Netz ist überall. Und wir sind mittendrin.
Wenn das aber die Zukunft ist, warum sollen wir dann jetzt auch noch zur Buchmesse fahren?

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-09/netzliteratur-essay 

Wednesday, 21 September 2011

25 Jahre Furore-Verlag Komponistinnen erobern das Repertoire

Mit der Firma, die ihr Vater führte, wollte Renate Matthei Anfang der achtziger Jahre nichts zu tun haben: Zu dröge war ihr das, was der Merseburger Verlag da tat – dabei handelt es sich um den wohl ältesten Kirchenmusikverlag Deutschlands, 1837 gegründet. Aber Renate Matthei langweilte sich im Musikunterricht und brach nach dem BWL-Studium ein Volontariat in einer Musikalienhandlung ab. Stattdessen wurde sie Wirtschaftspädagogin und beteiligte sich an einer Exportfirma für Informations- und Leitsysteme.

Eine Ausstellung zwischen Buchdeckeln

Ein Sonderkatalog wie jener, mit dem das Berliner Auktionshaus Bassenge am Samstag die Herbstsaison eröffnet, ist in Deutschland nach wie vor die große Ausnahme. In einer Spezialauktion werden dann nämlich rund 150 Fotobücher zum Aufruf kommen – zu nach wie vor moderaten Schätzpreisen. 500 Euro soll zum Beispiel die 1976 vom MoMA veröffentlichte Erstausgabe von William Egglestons epochaler Farbfotobibel Guide kosten. Antiquarisch ist sie, wenn überhaupt noch, selten unter dem anderthalbfachen Preis zu finden. Mit 900 Euro ist in der Auktion Bernd und Hilla Bechers Erstveröffentlichung Anonyme Skulpturen angesetzt, allerdings ohne Schutzumschlag; 3.000 Euro werden für die japanische Ausgabe von Robert Franks The Lines of My Hands von 1972 verlangt.

Monday, 19 September 2011

Josef Bierbichler: Mittelreich. Der Seewirt, der alte Sepp und die Deppen

Sanfter ist er nicht geworden, aber doch reif für Suhrkamp: Josef Bierbichler wütet in seinem ersten Roman wie die Axt im Walde gegen Gschaftlhuberei und Nationalsozialismus.

 http://www.faz.net/artikel/S30347/josef-bierbichler-mittelreich-der-seewirt-der-alte-sepp-und-die-deppen-30686437.html